26.04.2016 08:37 Alter: 3 yrs

Im Interview mit JAZ-Patin Kirsten Bruhn

Wiesbaden, 26. April 2016. Der Deutsche Jugend-Arbeitsschutz-Preis der Fachvereinigung für Arbeitssicherheit (FASI) zeichnet alle zwei Jahre kreative und praxisorientierte Projekte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus, die die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz verbessern. Aspekte, die für die diesjährige JAZ-Patin Kirsten Bruhn ebenfalls eine große Rolle spielen. Im Interview verrät uns die 46-jährige dreifache Paralympics-Gewinnerin, warum sie sich für die JAZ-Patenschaft entschieden hat und auf was es bei den Themen Sicherheit und Gesundheit für sie ankommt.

Frau Bruhn, seit einem Motrradunfall im Jahr 1991 sind Sie auf den Rollstuhl angewiesen. Spielen seitdem die Themen Sicherheit und Gesundheit eine größere Rolle in Ihrem Leben?

In meinem normalen Alltag ist es sicher wie eh und je. Wenn es jedoch um Versicherungen, Zusatzversicherungen und Auslandsversicherungen geht, bin ich mittlerweile sehr genau und detaillorientiert. Absicherung muss sein und würde ich auch immer jedem empfehlen, um für den Notfall vorbereitet und abgesichert zu sein. 

In diesem Jahr haben Sie die Patenschaft für den Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preis übernommen. Was waren Ihre Beweggründe? 

Als Patin für den Deutschen-Jugend-Arbeitsschutz- Preis möchte ich vermitteln, wie wichtig die Sicherheit am Arbeitsplatz und generell im Leben ist. Mit 21 Jahren hatte ich den Unfall und weiß insofern, wie das Leben ohne und mit Behinderung ist. Da ich auch weiß, mit mehr Sicherheit und professioneller medizinischer Versorgung, hätte mein Unfall anders ausgehen können, ist es mir ein persönliches Anliegen die Aufmerksamkeit und das Verständnis, gerade bei der Jugend für Sicherheit und Vorsicht zu wecken. Manche Dinge kann man nämlich im Vorwege besser lenken als im Nachhinein. Darum bin ich sehr froh und erleichtert das es diesen Preis gibt und vor allem die Preisträger! 

Welchen Stellenwert hat in Ihren Augen die Nachwuchsförderung? 

Einen der wichtigsten und dringend nötigsten Stellenwerte überhaupt. Die Jugend ist die Basis für unsere Gesellschaft. Da ist es mir ein sehr persönliches Anliegen und Bedürfnis ihr auch entsprechend zu zeigen wie wichtig sie ist. Leider wird der Nachwuchsförderung nicht überall der Stellenwert zuteil, der ihr gebührt. Ein Grund mehr diesen Preis entsprechend zu honorieren. Sie sind eine aktive Förderin von Inklusion. 

Wo sehen Sie, insbesondere am Arbeitsplatz, noch Verbesserungspotential, wenn es darum geht Menschen mit körperlicher Behinderung das Arbeiten im Betrieb zu erleichtern und vor allem sicherer zu machen? 

Da gibt es sicher viele Möglichkeiten die man noch zur Verbesserung und Erleichterung aufrufen und umsetzen kann. Oft fängt es bei den barrierefreien Sanitäranlagen an. Es ist gut zu wissen, dass einige Unternehmen das realisieren und entsprechend zu verbessern versuchen. Dennoch muss hier auch immer wieder drauf gestoßen werden und bewusst gemacht werden, wie, teilweise einfach doch, Hilfestellungen umsetzbar sind. 

Anmeldungen zum Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preis können noch bis 30. Juni 2016 unter  www.jugend-arbeitsschutz-preis.de eingereicht werden. 



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